
TGA-Planung
Fachplanerin Elektrotechnik
7. Oktober 2026 · 3 Min. Lesezeit
Elektrobrände vermeiden: Die 7 unterschätzten Gefahren im Haushalt
Mehrfachsteckdosen, Akkus, alte Leitungen: Diese 7 Gefahren unterschätzen die meisten – und so schützen Sie Ihre Familie mit einfachen Regeln vor Elektrobränden.
Die unsichtbare Gefahr in fast jedem Haushalt
Elektrizität gehört laut Brandursachenstatistik des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung (IFS) seit Jahren zu den häufigsten Brandursachen in Deutschland. Das Tückische: Die meisten Gefahren sieht man nicht. Ein Stecker wird warm, ein Kabel liegt unter dem Teppich, ein Akku lädt über Nacht – und niemand denkt sich etwas dabei.
Die gute Nachricht: Mit wenigen einfachen Regeln lässt sich das Risiko deutlich senken. Hier sind die 7 häufigsten Gefahren – und was Sie dagegen tun können.
1. Mehrfachsteckdosen hintereinander gesteckt
Eine Steckdosenleiste in die nächste zu stecken, ist einer der häufigsten Fehler. Alle Geräte teilen sich dann eine einzige Wandsteckdose und eine Zuleitung. Werden Wasserkocher, Heizlüfter und Föhn gleichzeitig betrieben, wird schnell mehr Leistung gezogen, als zulässig ist.
So schützen Sie sich:
- Nie mehrere Steckdosenleisten hintereinander stecken
- Auf die angegebene Höchstleistung achten (meist 3.500 W)
- Leistungsstarke Geräte wie Heizlüfter oder Wasserkocher direkt in die Wandsteckdose stecken
2. Kabeltrommeln, die aufgewickelt bleiben
Eine aufgewickelte Kabeltrommel kann die Wärme nicht abgeben. Bei hoher Last erhitzt sich das Kabel im Inneren so stark, dass die Isolierung schmilzt.
So schützen Sie sich: Kabeltrommeln bei größeren Verbrauchern immer vollständig abwickeln. Die zulässige Leistung im aufgewickelten Zustand steht auf dem Typenschild.
3. Lithium-Akkus von E-Bike, Handy und Werkzeug
Lithium-Ionen-Akkus stecken heute überall. Beschädigte oder falsch geladene Akkus können überhitzen und in Brand geraten – oft mit einer Stichflamme, die sich kaum löschen lässt.
So schützen Sie sich:
- Nur das Original-Ladegerät oder ein vom Hersteller freigegebenes verwenden
- Akkus nicht unbeaufsichtigt oder über Nacht laden
- Auf einer nicht brennbaren Unterlage laden, nicht auf Bett oder Sofa
- Beschädigte oder aufgeblähte Akkus sofort aus dem Verkehr ziehen
4. Beschädigte Kabel und Stecker
Ein eingeklemmtes Kabel hinter dem Schrank oder unter dem Teppich wird bei jeder Bewegung belastet. Mit der Zeit brechen einzelne Drähte, der Widerstand steigt – und die Stelle wird heiß.
So schützen Sie sich: Kabel nie unter Teppichen verlegen oder einklemmen. Warme Stecker, Brandgeruch oder Verfärbungen sind ein Alarmsignal: Gerät sofort ausstecken.
5. Eine alte Elektroinstallation
Viele Wohnungen haben noch Leitungen aus den 1960er- oder 1970er-Jahren. Damals gab es weder so viele Geräte noch so hohe Leistungen wie heute. Häufige Anzeichen für eine überlastete Installation: Sicherungen lösen oft aus, Licht flackert, Steckdosen werden warm.
So schützen Sie sich: Lassen Sie ältere Installationen von einem Elektrofachbetrieb prüfen. Ein Elektro-Check deckt Schwachstellen auf, bevor etwas passiert.
6. Kein Fehlerstromschutzschalter (FI/RCD)
Der FI-Schalter schützt vor gefährlichen Stromschlägen. Seit 2009 ist er nach DIN VDE 0100-410 für Steckdosenstromkreise bis 32 A in neuen Anlagen Pflicht. In vielen älteren Wohnungen fehlt er aber bis heute.
So schützen Sie sich: Schauen Sie in Ihren Sicherungskasten. Ein FI-Schalter hat eine Prüftaste mit „T“. Drücken Sie sie etwa halbjährlich – der Schalter muss auslösen. Fehlt er ganz, lohnt sich die Nachrüstung durch einen Fachbetrieb.
7. Fehlende Rauchwarnmelder
Die meisten Brandopfer sterben nicht am Feuer, sondern am Rauch – oft im Schlaf. Rauchwarnmelder sind in allen Bundesländern Pflicht, werden aber nicht immer gewartet.
So schützen Sie sich: Mindestens in Schlafräumen, Kinderzimmern und Fluren Rauchwarnmelder installieren. Testen Sie sie regelmäßig über die Prüftaste.
Extra-Tipp: Brandschutzschalter (AFDD) erkennen gefährliche Lichtbögen in Kabeln, die weder Sicherung noch FI-Schalter bemerken. Nach DIN VDE 0100-420 sind sie für bestimmte Räume vorgeschrieben – für Schlafräume und Kinderzimmer sind sie auch sonst eine sinnvolle Ergänzung.
Fazit: Kleine Schritte, großer Schutz
Die meisten Elektrobrände wären vermeidbar. Keine Leisten hintereinander, Kabeltrommeln abwickeln, Akkus mit Vorsicht laden, FI-Schalter testen und Rauchmelder prüfen – das kostet nur wenige Minuten.
Teilen Sie diesen Beitrag mit Familie und Freunden. Vielleicht verhindert er genau bei ihnen einen Brand.
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